Reinigungsplan erstellen – Anleitung mit Vorlage

Professionellen Reinigungsplan erstellen: Aufgaben, Intervalle, Protokolle für Büros, Praxen und Gewerbe. Struktur-Vorlage und Praxis-Tipps inklusive.

SmartSchicht

SmartSchicht Team

5. März 20268 Min. Lesezeit

Ein Reinigungsplan ist mehr als eine Liste von Aufgaben. Er ist das operative Herz eines professionellen Reinigungsauftrags: Er definiert, was wann wo gereinigt wird, welche Standards gelten und wie der Nachweis erbracht wird. Für Reinigungsfirmen ist ein sauber dokumentierter Reinigungsplan gleichzeitig Arbeitsgrundlage, Qualitätssicherung und rechtlicher Schutz. In diesem Beitrag zeigen wir, wie Sie einen professionellen Reinigungsplan erstellen.

Was ist ein Reinigungsplan und wozu braucht man ihn?

Was gehört in einen professionellen Reinigungsplan?

Ein Reinigungsplan (auch Reinigungsprotokoll oder Leistungsverzeichnis) dokumentiert:

  • Was gereinigt wird (Flächen, Bereiche, Gegenstände)
  • Wie oft (täglich, wöchentlich, monatlich, nach Bedarf)
  • Wie (Reinigungsverfahren, Mittel, Maschinen)
  • Wer (zuständiger Mitarbeiter oder Revierverantwortlicher)
  • Nach welchem Standard (Desinfektionspflicht, Hygieneanforderungen)

Ein korrekt geführter Reinigungsplan schützt die Reinigungsfirma bei Reklamationen ("Laut Plan haben wir diesen Bereich wöchentlich gereinigt, hier sind die signierten Protokolle.") und gibt dem Auftraggeber Sicherheit, dass vereinbarte Leistungen erbracht werden.

Reinigungsintervalle: Was wird wie oft gereinigt?

Welche Reinigungsintervalle sind üblich?

Die Reinigungsintervalle hängen von der Nutzungsintensität des Objekts ab. Hier sind Richtwerte für typische Gewerbeobjekte:

Unterhaltsreinigung (täglich oder mehrmals wöchentlich):

  • Böden saugen/feucht wischen (stark frequentierte Bereiche: täglich)
  • Sanitäranlagen reinigen und desinfizieren
  • Abfallbehälter leeren und Säcke wechseln
  • Oberflächen abwischen (Empfang, Besprechungsraum)
  • Küche/Teeküche reinigen

Wöchentliche Reinigung:

  • Weniger frequentierte Böden wischen
  • Telefonapparate, Tastaturen desinfizieren
  • Innenverglasungen reinigen
  • Teppich-Bürsten

Monatliche Reinigung:

  • Hochflächen abstauben (Schränke, Regale, Leuchten)
  • Heizkörper reinigen
  • Innere Glasflächen von Fenstern

Quartal / nach Bedarf:

  • Tiefenreinigung Sanitäranlagen
  • Polieren von Hartböden
  • Reinigung von Jalousien, Vorhängen
  • Grundreinigung stark beanspruchter Bereiche

Vorlage: So ist ein Reinigungsplan aufgebaut

Ein Reinigungsplan besteht typischerweise aus mehreren Teilen:

Teil 1: Objektstammdaten

FeldInhalt
ObjektbezeichnungBürogebäude Musterstraße 5, 1010 Wien
AuftraggeberMuster GmbH, z. H. Frau Müller
ReinigungsfirmaIhre Firma GmbH
Gültig ab01.03.2026
RevierverantwortlichMax Meier
Letztes Update01.03.2026

Teil 2: Leistungsübersicht nach Bereich und Intervall

BereichAufgabeTäglichWöchentl.Monatl.
Empfang / LobbyBoden saugen & wischen
Empfang / LobbyOberflächen abwischen
Büros (Einzelbüros)Boden saugen
Büros (Einzelbüros)Oberflächen abwischen
Büros (Einzelbüros)Hochflächen abstauben
SanitäranlagenVollreinigung + Desinfektion
SanitäranlagenTiefenreinigung
TeekücheArbeitsflächen, Geräte außen
TreppenhausBoden wischen
Fenster (innen)Glasreinigung

Teil 3: Verwendete Reinigungsmittel und -maschinen

Halten Sie fest, welche Mittel am Objekt eingesetzt werden – besonders relevant in sensiblen Bereichen (Arztpraxen, Lebensmittelbetriebe, Schulen):

  • Allzweckreiniger: Hersteller, Produkt, Konzentration
  • Desinfektionsmittel: Wirkstoffbasis, Einwirkzeit, Verdünnung
  • Spezialreiniger für Böden/Glas: Produktname
  • Eingesetzte Maschinen: Modell, Reinigungsintervall der Maschine selbst

Teil 4: Reinigungsprotokoll (Nachweis)

Das Reinigungsprotokoll ist die ausgeführte Version des Plans. Für jede Reinigung wird dokumentiert:

DatumBereichAufgabe erledigtMitarbeiterBesonderheiten
03.03.2026Sanitäranlagen EGM. MeierSeifenspender leer → aufgefüllt
03.03.2026Büros 1.OGM. Meier
03.03.2026TeekücheM. Meier

Das Protokoll wird vom Mitarbeiter unterschrieben – bei Bedarf auch vom Auftraggeber gegengezeichnet.

Reinigungsplan für verschiedene Objekttypen

Die Anforderungen variieren stark je nach Objekt:

Büroreinigung

Hauptaugenmerk: Regelmäßigkeit und Sauberkeit sichtbarer Bereiche. Kunden und Besucher beurteilen Sauberkeit sofort. Besondere Schwerpunkte:

  • Empfang und Besprechungsräume täglich
  • Büros nach Nutzungsintensität skalieren
  • Küche und Sanitär täglich, Tiefenreinigung monatlich

Schul- und Bildungseinrichtungen

Höherer Hygieneanspruch, oft engere Zeitfenster (Reinigung nach Unterrichtsschluss). Pflicht:

  • Flächen mit erhöhtem Infektionsrisiko desinfizieren
  • HACCP-ähnliche Dokumentation in sensiblen Bereichen
  • Reinigungspläne oft vom Auftraggeber vorgegeben (Schulbehörde, Gemeinde)

Arztpraxen und medizinische Einrichtungen

Hier gilt die Hygieneverordnung – Desinfektionsmaßnahmen sind Pflicht, nicht optional. Anforderungen:

  • VAH-gelistete Desinfektionsmittel verwenden
  • Einwirkzeiten einhalten und dokumentieren
  • Getrenntes Reinigungsmaterial für Sanitär, Behandlung, Wartezimmer

Industriebetriebe und Produktionshallen

Andere Schmutzarten (Öle, Metallspäne, Chemikalien), andere Maschinen, andere Sicherheitsanforderungen. Reinigungsplan muss enthalten:

  • PSA-Anforderungen (Schutzausrüstung)
  • Sicherheitsdatenblätter für Reinigungsmittel
  • Abstimmung mit Betriebssicherheit des Kunden

Digitaler vs. papierner Reinigungsplan

Was sind die Vorteile eines digitalen Reinigungsplans?

KriteriumPapierdokumentationDigitaler Plan
Aufwand für FührungskraftHoch (abholen, abheften)Gering (automatisch gespeichert)
NachverfolgbarkeitSchwierigSofort, mit Datum und Uhrzeit
Beweissicherheit bei ReklamationZettel verlierbarDauerhaft dokumentiert
Aktualität nach PlanänderungNeue Ausdrucke nötigSofort für alle sichtbar
Auswertung (Häufigkeit, Muster)Manuell aufwändigAutomatisch möglich

Papier hat seinen Platz – besonders wenn Kunden ein unterzeichnetes Protokoll wollen. Als internes Steuerungsinstrument ist die digitale Lösung aber deutlich effizienter.

Häufige Fehler beim Reinigungsplan

  1. Zu unspezifisch: "Büros reinigen" ist kein Reinigungsplan. Genaue Bereiche, Aufgaben und Intervalle müssen stehen.
  2. Nicht objektspezifisch: Ein Einheitsplan für alle Objekte funktioniert nicht. Jedes Objekt hat andere Anforderungen.
  3. Kein Protokoll geführt: Ohne Nachweis können Sie bei Streitigkeiten nicht belegen, was wann gemacht wurde.
  4. Veralteter Plan: Nach Personalwechsel, Umbau oder Änderung der Nutzung wird der Plan selten aktualisiert.
  5. Mitarbeiter kennen den Plan nicht: Ein Reinigungsplan hilft nur, wenn er dem ausführenden Personal bekannt ist und erklärt wurde.

Fazit: Ein guter Reinigungsplan zahlt sich aus

Ein professioneller Reinigungsplan ist Investition, nicht Bürokratie. Er schützt vor Reklamationen, gibt Mitarbeitern Sicherheit und zeigt Auftraggebern, dass Sie strukturiert arbeiten. Gerade in Ausschreibungen für öffentliche Aufträge oder große Unternehmen ist ein lückenloser Reinigungsplan oft Pflichtbestandteil des Angebots.

Starten Sie mit einem einfachen Leistungsverzeichnis für Ihr wichtigstes Objekt. Drei Spalten, eine Seite – und Sie haben einen Vorsprung vor den meisten Mitbewerbern.

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